Der 1. Marathon
 
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 Mein erster Marathon

von Ludger Elting

Wenn ich auch schon mal im antiken Olympia mit seiner Arena war, so weiss ich vom Marathonlauf nur das er irgendwo in Griechenland stattfand. Nie im Leben hätte ich auch nur geträumt einmal diese historische Strecke zu laufen. Das wollte ich nicht und habe das auch immer vehement abgelehnt! Fahrradfahren mit Gegenwind ist mir schon zutiefst verhasst. Ich laufe auch erst seit meinem 18. Lebensjahr, damals 5 Km, immer wieder mit jährlichen Unterbrechungen, und nun renne ich hier im Ruhrgebiet herum....

Seit ich Gisbert kenne hat sich das mit den 5 Km Runden allerdings grundlegend geändert. "Ludger, alles unter einer Stunde ist Unsinn" höre ich Gebetsmühlenartig immer wieder. Oft laufe ich lustlos die "überflüssigen" Kilometer hinter ihm her und denke ans aufhören oder Partnerwechsel oder so was. Irgendwann beim Laufen fällt das Stichwort Silvesterlauf, das klang irgendwie gut. Monate später höre ich unterwegs "Ludger, ich habe uns beide angemeldet". "Ja toll, - 5 Km !?" ----"Nee nee, 10 Km". --- Ich: - "Blödmann". So landete ich bei meinem ersten Wettbewerb, die 10 Km von Pfalzdorf. Die 3 berühmten Runden beendete ich mit glücklichen 46:24 vor meinem Mentor, aber das ist eine andere Geschichte.

So Joggen wir beide verschiedene Jahre durch den Halderner Wald und nahmen hier und da einen 10 km Wettkampf mit. Von den Halderner Läufern ergriff Herbert 2003 die Initiative und hob den Lauftreff aus der Taufe, uns Läufers neue Heimat.

Seit "unser" Lauftreff existiert, stieg ich allmählich von der 7 Km Runde auf die 12 Km Runde um, es sei denn der Kopf darf Sonntags morgens nicht so geschüttelt werden... Nun werden die diversen Wettkämpfe in der Gegend regelmäßig besucht und Gisbert führte mich in Weeze durch meinen ersten Halbmarathon. 2003 läuft Gisbert seinen ersten Marathon in Klön mit uns als Fanclub und wir sind begeistert von dem ganzen Event. Im Herbst 2004 will er in Berlin laufen und meint wie schon so oft "Lauf doch mit, im Flieger ist noch ein Platz frei ?"

--- Die Saat ist gestreut.---

Mittlerweile hat Gisbert seinen Berufskollegen Andreas auch zum Laufen gebracht, ihn selbstverständlich mit dem Berlinvirus infiziert und so sind wir dann zu dritt unterwegs. Ich allerdings weiterhin nach meinem Motto nur zweimal pro Woche, damit kriege ich Gisbert dann immer gleich hoch. Der Berlingedanke geistert mir irgendwie durch die Beine und so ganz beiläufig laufe ich kurz entschlossen mal einen so genannten "Härtetest" über 30 Km mit, wenn's klappt fährst de mit nach Berlin, dachte ich insgeheim. Bei Km 26 musste ich dann gehen oder genauer formuliert, bin ich da abgekackt. Die Oberschenkel schmerzten wahnsinnig. Die beiden sind weiter gelaufen und Andreas hat mich dann freundlicherweise mit dem Auto abgeholt und ich habe mich bei ihm Zuhause direkt in die Wanne gelegt.

Fazit: 26 Km gehen also. (Marathon kann ich nie, das haben die jetzt gesehen)

Frühjahr 2005, Gisbert will mit Andreas im April zum Ruhr-Marathon. Lauf doch mit Ludger. Na ja, bisken mehr trainieren kann man ma ja machen. Also hab ich einige von den langen Samstagsläufen mitgenommen, eine schöne neue Erfahrung, und habe dafür aber Sonntags den Lauftreff sausen lassen. Aus meinem obligatem Mittwochslauf wurde schliesslich ein Montag und Donnerstagslauf. Mein geliebtes Motto war dahin, jetzt geht’s dreimal die Woche in die Schuhe. Am 13.März haben wir uns dann angemeldet. Weil an dem Tag Anmeldeschluss war ging Online nichts mehr (Überlastung der Datenautobahn), also regeln wir das telefonisch. Wer nicht zu den Frühbuchern gehört wird hier mit ca. 15 € extra abgestraft. Schon wieder um eine Erfahrung reicher. Tage später hat sich das Netz beruhigt und ich finde unsere Namen in der Starterliste. Prima es hat geklappt. (Doofmann - jetzt bist Du dabei...) Ich habe die Nr. 5438 D erhalten.

Der HM in Nütterden und der Grenzlandlauf - Elten (10km) passten noch schön ins Trainingsprogramm meinen meine Schleifer. Den HM in Kranenburg schaffe ich in 99 min. - persönliche Bestzeit,- na geht doch ! Andreas hat mich hier zum erstenmal abgehängt, Training machts eben. Als Andreas und Gisbert beschliessen zwischendurch am Eltenberg zu trainieren denke ich noch, ach ja, da lernst Du den auch mal kennen.... Meine Oberschenkel sehen das heute, nach 5 Überquerungen, anders. Also danach ein paar Tage Zwangspause, nicht Joggen und Sonntag dann noch die 10 Km. Wir brauchen hier zwar nur einmal halb über den Berg aber dafür ist es mehr ein Crosslauf mit lang ansteigender Startstrecke, Prost Mahlzeit. Schon wieder die Oberschenkel geregelt. Mit 45.05 bin ich dennoch verdammt nah an meiner Strassenbestzeit. Jetzt nur noch ein leichtes Training und dann ist es soweit. Mit verzerrtem Gesicht laufe ich am Mittwoch mit Gisbert bis Heelden und zurück und hoffe inbrünstig das die Muskeln bis Sonntag wieder ruhig sind, sonst kann ich bestimmt alles vergessen. Alles Nachwirkungen vom verdammten Bergtraining. Meine Sportskameraden wirken noch mit guten Ratschlägen auf mich ein, viel trinken, Nudeln, Reis und Kartoffeln essen. Klar kein Problem, hab doch Bier im Keller, und Samstagabend noch ne schöne Lasagne!

Sonntag 17. April ! Weissbrot zum Frühstück, also Toast, Marmelade, Honig und trinken (Kaffee). Zwei erfolgreiche Gänge zum Örtchen und ab geht die Post. Den Gurt mit PowerBar Gel, Handy und einer Filmdose Kleingeld gefüllt habe ich am Vorabend präpariert, ebenso eine Mülltüte mit Hals und Armausschnitten die auf dem Weg zur Startaufstellung etwas warm halten soll. Vereinstrikot an, blauen Overall drüber und ab mit der Fiets zu Gisbert. Als die mich im Marienweg sehen gibt’s ob meines Outfits erst mal ungläubiges Gelächter, die Stimmung ist also gut. Sandra und Andreas treffen ein und Florian fährt uns nach Dortmund. Schien in Haldern die Sonne schon recht freundlich so bedeckte sich unterwegs der Himmel wie angekündigt und ich war mit der 16 Grad Prognose bestens zufrieden. Einen Kilometer hinter dem Startfeld gehen wir an Land, Overall aus und Mülltüte über. Die beiden anderen machen schon mal eine Übung an den Büschen.... Die blaue Mülltüte raschelt und knistert und sieht irgendwie wie ein Minikleid aus, rundherum strahlen mich freundliche Gesichter an.... Die Startaufstellung erscheint unübersehbar so viele Menschen tummeln sich hier. Die Zeit wird knapp und wir sind noch nicht in unserem Starterblock "D" angekommen. Auf halber Strecke verabschieden wir uns von Sandra und Andreas. Andreas peilt direkt 3: 40h oder besser an und will in den vorderen Starterblock. In diesem Gedränge ist vorwärtskommen fast nicht machbar und der Gedanke an den bevorstehenden Marathonstart verblasst etwas.

10 Uhr der Start ist freigegeben, Gisbert und ich machen auf dem Gehweg noch zig Meter gut und ab geht es durch das Starttor! Vom Startschu bis zur Startlinie dauert es nur ca. dreieinhalb Minuten. Das Feld ist natürlich sehr dicht, aber es wird schon gelaufen und der erste Kilometer geht tatschlich unter 6 min. durch. Ich muss sehr konzentriert laufen um niemanden zu Treten oder zu Rempeln und vor allem nicht selbst auf die Nase zu fallen. Es hat was von einem Labyrinth, immer wird eine Lücke gesucht wo man durchschlüpfen kann. Das geht nicht immer ohne Berührung ab und einmal meckert auch einer. Ich bedaure artig und es geht weiter. Diese Phase dauert so ungefähr eine Stunde und dann läuft man freier. Wir können schon einen 5.15er Schnitt realisieren was mir für dieses Gedränge schon wie ein kleines Wunder erscheint. Wenn wir am Samstag auf der Sportmesse noch den Zeitrafferfilm über die Streckenführung gesehen haben und erschrocken dachten, mein Gott, ewig lange gerade Strassen, so war hier im Gewimmel kein Denken mehr daran, war auch besser so. Nachdem wir uns freigeschwommen haben muss ich dummerweise schon an die Büsche. Gisbert bremst etwas und nach einem Km bin ich wieder dran. Trotzdem irgendwo vorne in meinem inneren drückt es immer noch. Verdammt warum heute? Nach der zweiten Verpflegungsstelle suche ich sicherheitshalber ein Dixi auf und versuche so ruhig wie möglich einen Erfolg auszudrücken, was sich aber nicht realisieren lässt, war anscheinend doch nicht nötig. Raus und weiter, verlorene Zeit gutmachen. Ich laufe recht zügig mit 5:10er Zeiten und wundere mich das Gisbert vor mir nicht auftaucht. So lange habe ich doch nun auch nicht "gesessen". Na dann habe ich ihn wohl übersehen denke ich nach knapp einer Stunde und erfreue mich auf meiner mentalen Überholspur. Als jemand am Strassenrand meint: "Bor, hasse gesehen wie der schwitzt?" komme ich von meinem Egotrip runter und sehe Gisbert vor mir. Kurzes Hallo und wir spulen wieder gemeinsam die nächsten Kilometer ab.

Er ist der Meinung das ich wohl 12 Km für das Aufholen gebraucht habe. Merke: Am Vorabend keine Lasagne essen..... Irgendwo unterwegs in einer Stadt fliegt in Sichtweite vor mir ein Hühnerei zwischen den Läufern auf die Strasse. Ich schaue an dem 5 Stöckigen Haus hoch es ist aber nichts verdächtiges zu sehen. Eine Weile später empfiehlt sich noch mal ein Gebüsch. Immer wieder tauchen am Strassenrand die bestens organisierten Verpflegungsstände auf. Bis Km 25 nehme ich ab und zu einen Schluck Wasser, danach auch von den Stückchen Banane die gereicht werden und zustäzlich einen Becher Wasser den ich mir über die Glatze giesse, ah das tut gut. Ab Essen Stadtgebiet freue ich mich auch über die angebotenen Wasserschwämme. Sicherheitshalber habe ich auf der ganzen Strecke planmässig einige Gelpacks konsumiert.

In Herne ist es für die Halbmarathonis soweit, die Glücklichen ! Bis hier also die Kür und nun die Pflicht. Von 20 auf 30 Km beginnt die Sache merklich in Arbeit auszuarten. Weiter geht’s, ich geniesse die Strecke, Land und Leute. Mich drückt's immer noch, habe aber anscheinend alles im Griff und entschliesse, wie vorher drüber gesprochen, mich von Gisbert abzusetzen. (Wenn mglich)

Das wir von Dortmund starten ist purer Zufall, hat aber den Vorteil, das wir im Gegensatz zu den Oberhausener Startern weniger Höhenanstieg haben. Trotzdem haben die "Oberhausener" Marathonis am Ende die Nase mit 2:10h vorn. Bei Gelsenkirchen ist es dann soweit, ganz unspektakulr vereinen sich die beiden Läuferströme und es wird trotzdem nicht enger auf der Strasse. Die Strecke ist gesäumt von Familienangehörigen und Freunden die Plakate mit persönlich aufmunternden Botschaften wie: "Papa lauf Du bist gut drauf" oder "Hansi heute abend gibt’s Bier und 6" hochhalten. Was ich mir heute Abend vorstelle, weiss ich noch nicht, aber bestimmt keine Bewegung....

Immer wieder kann ich an anderen Vorbeilaufen, das tut gut und baut auf. Hoffentlich ändert sich das nachher nicht so dramatisch, ich kann erfahrungsgemäs im letzten Viertel nicht zulegen. Bei 30 Km sehe ich wieder auf meinen Zeitenzettel und merke, das mit aktuellen 2:37h die 3:40h im Visier liegen, die Prognose erscheint mir unglaublich ! Spielen mir die Endorphine einen Streich ? Es beflügelt mich ungemein. Bei 32 km wechsel ich mal wieder ein paar Worte mit einem Läufer und frage, wann denn der Mann mit dem Hammer kommt und er meint, "Ja, wenn der nicht kommt, dann komme ich", gelächter in der Gruppe. Es geht doch nichts über gute Laune bei der Arbeit. Meine Füsse fühlen sich noch immer gut an, jetzt zahlt sich aus, das ich vorher noch die Nägel kontrolliert und gepflegt habe. Ab und zu wenn die Situation es erlaubt klatsche ich auch mal ein paar Kinderhände ab, das tut beiden gut, mich lenkt es etwas ab und die Knirpse haben richtig Spass. Auf dem Gehweg erkenne ich irgendwann einen Geistlichen, ich nicke ihm zu, er nickt zurück, es hat was von dem Moment, wo man eine Kerze anzündet.

Auf der endlosen Strecke taucht später linkerhand der Stand von PowerBar auf und die halten grozügig jede Menge PowerGel Packs hin, schon sind meine Vorräte ergänzt, was mich riesig erfreut, hätte ich doch nur noch mehr Stauraum am Gurt. So ab Km 35 geht die Maloche los, bleischwere Beine, die Oberschenkel und Leisten, die Vorstellung noch 7 km laufen zu müssen, es tut nur noch weh ! Und wenn mich jetzt der Gisbert noch einholt.....

Ich denke nach, noch 7 mal 6 min. ist = Meingott..... Nochmal tut ein Gebüsch seinen Dienst, noch nie hab ich beim Pinkeln so gehechelt. Das Bauchgrummeln verliert sich so langsam hinter der Anstrengung. Irgendwo in Essen Stadt, vor einem Tunnel sehe ich die "Lichtgestalt" die mich letztes Jahr in Sonsbeck zu meiner Bestzeit animiert und gezogen hat. Tatsächlich, es ist Annette vom LC-Duisburg. Ich nehme mir Zeit für ein freudiges Hallo und ein paar Worte. Sie meint: "Lauf weiter Du bist schneller", gut ich versuche es. Diese letzten 6 km steigen permanent leicht an. Es ist die Hölle, ist es der Grenzbereich ? Wie viele Wochen werde ich schmerzen haben? Die Geräuschkulisse des Publikums wird lauter, erstaunlich wie die Stundenlang für uns Anfeuerung machen.

Jetzt ist das Tor mit dem 1 Km Schild erreicht, endlich !!! Die Strecke steigt nicht mehr an, dafür aber der Anfeuerungslärm, das stört mich. Wann ist dieser verdammte Kilometer zu Ende ? Ich sehe die Zieluhr und versuche sie im Auge zu behalten, damit ich wenigstens in etwa meine Zeit weiss. Durch diesen Tunnelblick sehe und höre ich meinen einzigen Fan an der Strecke, die Sandra nicht. Ich bin durch, unglaublich, ich habe 3:47,xx gesehen!

Die Startverzögerung abziehen und es sollte unter 3:45 liegen. Whaou ********

Etwas rechts vom Ziel im Eingangstrichter zur Gruga bleibe ich stehen, schnaufe und schluchze, schade das keiner zum anlehen da ist. Ich gehe in die Knie und steh wieder auf. Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Andreas, der vor mir sein muss ist nicht zu sehen, dafür kommt Annette jetzt ins Ziel, wenigsten ein bekannter Mensch, wir fallen uns in die Arme und beglückwünschen uns beide. Irgendwann hole ich mir die Kälteschutztüte und warte noch eine Weile auf Gisbert, aber ich finde ihn nicht. Vermutlich bin ich so fertig, das er unbemerkt vorbei ist, oder ich war noch mit Annette im Gespräch. Egal, ich gehe auf den Innenhof, der nur für Teilnehmer reserviert ist, kann ja später noch telefonieren. Meine Arme und Finger kribbeln schwer, das ist lästig. Jetzt gibt’s erstmal ein paar Bleifreie Erdinger und 2 Becher Hühnerbrühe. Alles da, man braucht nur zugreifen. Zwischendurch rufe ich Zuhause an, keiner da. Verena erreiche ich auf Handy und stammel ihr meinen Erfolg vor, ich bin immer noch überwältigt. Mitläufer bitten mich ums Telefon, was ich auch gerne mache. Mir wird kalt, ich fange an zu frieren, also hole ich meinen Rucksack ab, den wir am Samstag hier deponiert hatten.

Während ich da kurz warte, sehe ich Gisbert, Hallo, und schon haben wir uns wieder verloren. Ärger, aber jetzt bin ich mir selbst der nächste, auf zur nächsten Halle, um zu Duschen. Alles ist grozügig ausgelegt, es ist voll, aber niemand steht Schlange. Ich ziehe mich auf dem Gang aus und gehe mit dem Handtuch bewaffnet zur Dusche. Im Zwischenbereich wird auf etlichen Liegen massiert und die meist weiblichen Helferinnen lassen sich in keiner Weise von den Adams ablenken, Fachleute eben. Ab in die offene Duschanlage und erwartungsvoll auf den Knopf gedrückt. Kaltwasser! Haben die Leiden heute kein Ende ? Ich ziehe mich an und finde dabei auch mein Fläschchen Duschgel wieder, egal. Die Lebensgeister kommen wieder, ich nehme ein Halsband mit einer Warenrobe entgegen am nächsten Stand den Teilnehmerorden und einen weiter das wirklich tolle Finisher T-Shirt. Die Sonne kommt raus und das Leben wird wieder Lebenswerter, auch mit Bleifrei Erdinger. Wiederholt versuche ich Andreas und Gisbert ans Handy zu bekommen, aber ich erhalte jeweils nur die Mailbox, was mich schon wieder auf 100 bringt. Später wurde klar, das der Äther überfüllt war und sich dadurch die Mailboxen automatisch zuschalten. Während des Abwartens und rumhängens klingelt mein Handy, na endlich, wird auch Zeit. Andreas ist dran, er steht schon vor der Grugahalle und ich mache mich sofort auf dem Weg zu ihm. Dabei komme ich noch am Ziel vorbei, wo immer noch Läufer einlaufen, die auch immer noch so kaputt aussehen wie wir anderen eine Stunde zuvor. Bei Andreas angelangt, klingelt wieder mein Handy, Gisbert ist dran. Auch er wird rübergelotst und das Hallo ist gross. Erste Eindrücke werden natürlich ausgetauscht, Andreas war am schnellsten – 3:31:23h.

Jetzt gibt es ein echtes Erdinger im Becher,aber es schmeckt mir nicht, merkwürdig. Da wir mit unserer Startnummer im Bereich des VRR kostenlos fahren können, ist die Rückreise per Bahn geplant. Also humpeln wir zur S-Bahn, freuen uns wie Kinder über die Rolltreppe und ab geht's zum Bahnhof und von dort nach Duisburg. Dort ist Zeit und auch erstmals wieder Hunger für einen Döner, Andreas und ich geniessen ihn. Auf dem Bahnsteig trifft Gisbert einen LVM Kollegen, der auch gleich lecker Fläschken Brinkhoff zückt. Das schmeckt mir auch nicht, sollte der Marathon etwa mein Leben verndert haben ? In Mehrhoog wartet Michaele schon auf uns, wir hocken noch eine Weile in der offenen Heckklappe des Espace und müssen auf die Passanten mit unseren Klamotten wie eine Drckerkolonne wirken. Im Marienweg eingetroffen, gibt es in geselliger Runde dann noch ein paar kalte Weizen aus der Flasche und Gott sei Dank, es schmeckt wieder.

3:44:07h und das Leben geht weiter.

Zuhause merke ich dann, das ich einen heissen Kopf und eine kleine Blase am rechten Fuss habe. Den Mückenstich an der rechten Wade habe ich mir bestimmt in den Büschen eingefangen. Am Montag habe ich wahnsinnigen Muskelkater in den Beinen und die Treppen sind für mich wie die Todeszone am Everest. Mein Gesicht fühlt sich immer noch heiss an, ein Kollege meint ich hätte Sonnenbrand. Irgendwie überstehe ich den Tag in der Firma. Damit auch jeder im Bilde ist, trage ich stolz mein Finisher Shirt und hab eine Menge schöner Gespräche. Der Dienstag solle am schlimmsten sein, gaben mir in Essen erfahrene Läufer mit auf den Weg, für mich stimmt das Gottlob nicht. Ob ich's noch mal versuche ? Weiss nicht......

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.....aus Zeitschrift: RunnersWorld.....

Profilneurotiker unter den Lauftreff-Teilnehmern sollten vom Lauftreffleiter freundlich auf Wettkämpfe verwiesen werden, wo sie sich austoben können

Danke Herbert und Gisbert, habe verstanden.

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aus: Programmheft

"Lassen Sie sich von den leichten Gefllen auf den Strecken nicht verleiten, das Tempo anzuziehen. Wo es runter geht, muss man auch wieder rauf. Teilen Sie ihre Krfte ein, den kurz vor dem Ziel wartet noch eine kleine Herausforderung auf Sie".

Stephane Franke, ehem. Weltkl. Lufer ber den Ruhr Marathon

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Stand: 10.03.07